In der Reihe: Theologie am Forumstresen

Donnerstag, 3.9.2020 | 19.30 Uhr | Forumskirche St. Peter

Mit: Prof. Dr. Thomas Großbölting, Professor für Neuere und Neuste Geschichte am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Blickt man auf das religiöse Feld in der Bundesrepublik, dann dominiert zunächst ein Trend: ein bis dato ungekannter Traditionsbruch, mit dem christlichen Kirchen in ihrer besonderen konfessionellen Struktur, zwar immer noch die größten Anbieter von religiöser Sinndeutung sind, aber im Vergleich zu früheren Jahrzehnten enorm an Reichweite und Dichte verlieren.  Zugleich entwickeln sich neue Formen von Religiosität und „Glauben“, die aber nicht mehr an das christliche Angebot angelehnt sind. Wer sich nicht damit zufriedengeben will, diese Prozesse einfach mit dem Etikett „Säkularisierung“ zu beschreiben, der kann versuchen, die vergangenen Jahrzehnte auf Brüche und Kontinuitäten zu befragen. Mit diesem historischen Rückblick wird man sensibel für lebensweltliche Bruchstellen, (kirchen)politische Fehlentscheidungen und gewinnt an manchen Stellen vielleicht sogar ein paar Vorstellungen von möglichen Zukunftsszenarien.