24.6.2018

Kulturwandel statt Klimawandel

Ein Teil der Menschheit hat es geschafft, das Klimasystem aus dem Takt zu bringen. Der andere wesentlich größere Teil –und er hat am wenigsten zu den Klimaveränderungen beigetragen-  leidet bereits heute unter den zerstörerischen Folgen: Taifune, Hitzewellen, Schlammlawinen, Trockenheiten, Überschwemmungen, die allesamt verstärkt auftreten.

Ein langfristiger Trend der globalen Erwärmung ist nicht zu leugnen als Grund für dieses Geschehens. „Es wird uns nicht nützen, die Symptome zu beschreiben, wenn wir nicht die menschliche Wurzel der ökologischen Krise erkennen“, so Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ (101). Wir wissen: Schon allein öko-logisch (!) ist es unmöglich, dass alle Menschen so leben, wie wir heute in den industrialisierten Ländern.

Klimawandel und Klimaschutz sind eine Frage der Gerechtigkeit und der Solidarität.

Klimagerechtigkeit schaffen heißt: nicht nur die Folgen des Klimawandels zu bekämpfen, sondern vor allem etwas gegen die Ursachen zu unternehmen. Das beschreibt Franziskus ausführlich (23-26, 52,169-172): Mit seinem Aufruf zur Sorge um die Erde als unser aller gemeinsames Haus verbindet der Papst eine Hoffnung: Die Menschheit besitzt die Fähigkeit und ist auch noch in der Lage umzukehren – im Denken und im Tun.

Wenn das Klima ein Gemeingut ist, darf nicht sein, dass einige wenige die Atmosphäre unbegrenzt als Deponie missbrauchen, während andere schon heute und in Zukunft hinzunehmen haben, dass sie Opfer von Dürren, Starkwinden und Überschwemmungen werden. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, das Gemeingut Klima –wie auch Wasser, Boden und Wälder- vor der Ausbeutung einiger weniger zu schützen. Wenn die größten Mengen von Kohle. Öl, Gas in der Erde bleiben müssen, um weltweit das Gemeinwohl zu schützen, werden sie wertlos, verlieren sie ihren Wert. Staaten und Unternehmungen, die darauf ihre Wirtschaft bauen, lehnen diesen Vorschlag deshalb heftigst ab.  Mit Blick auf die internationalen Klimaverhandlungen und die so notwendige Minderung der Treibhausgase fordert der Papst „Ehrlichkeit, Mut und Verantwortlichkeit vor allem der Länder, die am mächtigsten sind und am stärksten die Umwelt verschmutzen“ (169).

Drei Jahre nach Erscheinen dieser bemerkenswerten und von vielen Wissenschaftler*innen anerkannten Enzyklika lohnt es sich immer noch, diesen Text nach-zu-denken. Er liegt im Foyer des FORUM St. Peter aus.

Klaus Hagedorn

 

 

 

 

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