FORUM ST. PETER in Oldenburg
Gedanken zur Woche

20.8.2017

„Grüß Gott“

Gewohnt bin ich im Alltag das „Moin Moin“. In meinem Urlaub in den Bergen begegnete mir täglich ein „Grüß Gott“. Ein ansprechendes Gruß-Wort, wenn auch ungewohnt für mich als Nordlicht. Und ich fragte mich in einem stillen Moment: Lässt Gott mich grüßen – oder: soll ich ihn grüßen?

Lässt Gott mich grüßen? Genau dies - in der Tat! Wenn wir Christ*innen Gott sagen, so meinen wir jenes Geheimnis der Liebe, das uns grüßt und begrüßt. Anders gesagt: Wer das Wort „Gott“ ausspricht und weiß, was er sagt, gibt damit zu erkennen, dass er Mensch sein darf. Gott zeigt sich als Gott darin, dass er den Menschen, jede und jeden, begrüßt als Mensch. Gott will den Menschen als Gegenüber, als Partner und Freund, selbst als Feind noch. Ja, Gott lässt mich grüßen – und damit kann ich mich im Segen Gottes stehend erfahren, in seinem Schalom, in seinem Frieden, in seinem Zuspruch, unbedingt gewollt zu sein. Denn: Gott lässt uns grüßen. Also lassen wir uns grüßen von Ihm; denn das tut gut. Trotz so vielen Widersprüchen: die Welt –und auch Du und ich- stehen im Wohlwollen Gottes! Christlicher Glaube meint genau dies: Sich von Gott grüßen, begrüßen, beglückwünschen lassen. „Gut, dass Du da bist, Du Mensch!“




 

Meine zweite Frage von oben ist eigentlich schon eine Antwort: Soll ich Ihn grüßen? – Natürlich! Wo gibt es denn das, dass solch ein Gruß, ein Segenswunsch unerwidert bliebe? Wo er ausbleibt, da wird unter uns alles schräg und misslich! Genau dies ist ja Glaube auch: dankbare Antwort auf Gottes Glückwunsch und Gruß.

Wer wirklich weiß und innerlich mitzuvollziehen sucht, was dies „Grüß Gott“ heißt, der steht im Heil, im Frieden, im Schalom. Er weiß sich von Gott begrüßt und irgendwie gehalten – hoffentlich durch alle kleinen und großen Tode hindurch. Und er und sie begrüßen auch Ihn, der uns Zuspruch ist, dass wir mit allem, wie und was wir sind, angenommen und bedingungslos geliebt sind. Und das hat Ausstrahlung.

In diesem Sinn aus dem FORUM ein herzliches „Grüß Gott!“

Klaus Hagedorn