FORUM ST. PETER in Oldenburg
Gedanken zur Woche

22.10.2017

Achtsam bleiben: Sehnsucht und Freude   

Ich teile mit vielen Menschen den tiefen Wunsch, dass das Leben gelingen möge, sinnvoll ist. Die Sehnsucht, die ich in mir spüre, ist ein Schlüssel. Und in der Bibel, ganz besonders in den Psalmen, höre ich immer wieder von Menschen der Sehnsucht, die sich nicht abfinden mit dem, wie es ist, die durchs Leben durchzublicken suchen. Sie machen die Erfahrung: Gott ruft in die Weite. Er ruft heraus aus jeder Enge. Ich denke dann oft: ich bin sicher nicht auf dem richtigen Weg, wenn es in meinem Leben keine Herausforderungen mehr gibt, wenn mein erster Gedanke der nach Sicherheit und Absicherung ist. Wenn ich nichts mehr wage, wenn ich keinem mehr traue, wenn letztlich meine Ängste entscheiden, was ich in meinem Leben tue oder lasse.

Ich entdecke auch: gelingendes Leben hat auch mit Freude zu tun. Wenn ich in meiner eigenen Verschlossenheit sitzen bleibe, werde ich immer trauriger.







Wenn ich aus mir herausgehe, werde ich froher. Es sind ganz alltägliche Dinge. Wenn ich endlich das wichtige Gespräch geführt habe, vor dem ich mich lange drücken wollte, wenn ich meine Feigheit überwunden und endlich eine Entscheidung gefällt habe, wenn ich Konflikte angegangen bin, wenn ich endlich mit einer schlechten Gewohnheit Schluss gemacht habe…, dann spüre ich Freude. Freude ist das Gefühl, das sich einstellt, wenn ich über mich selbst und meine eigene Enge hinauskomme, wenn ich Sinnvolles tue. Oder: die Erfahrung, die ich mache, wenn ein anderer Mensch meine „Mauern“ aufbricht und sich eine neue Landschaft plötzlich auftut.

Es braucht immer auch den eigenen nächsten Schritt, um Freude erfahren zu können und dem Leben wieder mehr zu trauen. Und dabei gilt auch: „Die Freude ist der Kompass zu Gott!“

Gute Wünsche für die Woche

Klaus Hagedorn