FORUM ST. PETER in Oldenburg
Frieden & Gerechtigkeit

Sonnengesang nach Franz von Assisi

Bilder: Uta Fehlhaber-Smith

 

 

Höchster, allmächtiger, guter Herr.
Dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre
und jeglicher Segen.
Dir allein gebühren sie, Höchster,
und kein Mensch ist würdig, Dich zu nennen.

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
mit allen Deinen Geschöpfen,
besonders der Schwester Sonne,
die uns den Tag schenkt und durch die Du uns leuchtest.
Und schön ist sie und strahlend mit großen Glanz:
von Dir, Höchster, ein Sinnbild.

 

 

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
für den Bruder Mond und Sterne,
am Himmel hast Du sie geformt,
klar und kostbar und schön.

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
für den Bruder Wind,
für Luft und Wolken, für heiteres und jegliches Wetter,
durch das Du Deine Geschöpfe am Leben erhältst.

 

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
für das Wasser,
sehr nützlich ist es,
und demütig und kostbar und keusch.

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
für das Feuer,
durch das Du die Nacht erhellst.
Und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
für unsere Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt,
mit bunten Blumen und Kräutern.

 

 

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
für jene, die verzeihen um Deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Not.
Selig, die ausharren in Frieden,
denn Du, Höchster, wirst sie einst krönen.

 

Gelobt seist Du, mein Herr,
für unseren Bruder, den leiblichen Tod;
kein lebender Mensch kann ihm entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig, die er finden wird in Deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

 

Lobet und preiset den Herrn

und dankt und dient ihm

mit großer Demut.

Text zum Vortrag am 31.1.2012 zum Thema "Basisgemeinden in Bolivien, Aufbau christlicher Gemeinschaften gegen Unrecht und Armut"

"Wer nicht den Mut hat, für die Menschen zu sprechen,
hat auch nicht das Recht, von Gott zu reden."
Dieser Satz stammt von dem Jesuiten LUIS ESPINAL. 
Am 22. März 1980 ist er in Bolivien ermordet worden.

Sein Leben und seine Botschaft sprechen uns an, 
- weil wir darin Gottes Nähe zu uns Menschen, besonders zu den Armen entdecken können; 
- weil er die Welt mit Jesu Augen sah und sich –wie dieser- für die Unterdrückten engagierte und sich für die Menschen ‚am Rande‘ einsetzte;
- weil er nicht nur von der sozialen Gerechtigkeit redete, sondern auch mit seinem Tun dafür eintrat;  
- weil wir in ihm einen Menschen sehen, der sich zu seiner Zeit und an seinem Ort für einen gerechten Frieden eingesetzt hat – bis zu seinem Tod.

Wir vom Forum St. Peter haben uns das Ziel gesetzt, diesen Menschenrechts-aktivisten und das Lebenszeugnis dieses Märtyrers präsent werden zu lassen und in Erinnerung zu rufen. Seine Botschaft ist immer noch aktuell und unerhört.

Im folgenden Artikeln finden Sie Gedanken, Texte und Impulse dieses Mannes.